Everwin wird deutlich

24.11.2015, 13:05 Uhr | Bericht aus der WN vom 10.11.2015

Deutliche Worte von Bernhard Everwin, Vorstandswahlen und Ehrungen langjähriger Mitglieder standen im Mittelpunkt der Versammlung des CDU-Gemeindeverbandes. Zu Gast war Bundestagsmitglied Reinhold Sendker, der sich der Diskussion über die politische Lage stellte.

Im Rahmen seines Rechenschaftsberichtes machte der Gemeindeverbandsvorsitzende Bernhard Everwin seinem Ärger und seinen Sorgen Luft. Die bezogen sich in erster Linie auf den Umgang mit den Flüchtlingen in den vergangenen Monaten. „Natürlich wird es Probleme und Konflikte geben. Allein schon, weil hier zwei unterschiedliche Kulturen aufeinander treffen“, sagte Everwin. Doch Situationen wie diese habe es im letzten Jahrhundert mehrmals gegeben und anschließend hätten alle festgestellt, dass man diese Herausforderung gut bewältigt habe. Man solle dies als Chance sehen. „Ich habe großes Vertrauen in unsere Mitbürger“, sagte er. Angesichts des starken Ehrenamtes im Ort sei er schon „ein bisschen stolz auf Ostbevern und seine Bürger“.


Die derzeitige Lage in Berlin und Düsseldorf betrachtete er dagegen mit Verärgerung. „Sehen wollen wir Lösungen und zwar schnellstmöglich“, sagte Everwin auch in Richtung Reinhold Sendker. Vor allem das langsame Tempo in den Regierungen regte ihn auf. Aber auch die mangelnde Unterstützung für die Kommunen bereitet ihm Unmut. „Das kann eine Gemeinde oder Stadt nicht alleine stemmen“, sagt er. Der Gemeindeverbandsvorsitzende erwartet Nachbesserungen von Bund oder Land.

Er fürchtet, dass die Flüchtlinge nach ihrem Asylverfahren erst einmal in die Grundsicherung rutschen, bis sie eine Arbeit gefunden haben. „Und da ist dann die Gemeinde wieder über die Umlage mit im Boot“, sagte er, „auch da muss es Anpassungen geben.“ Everwin machte aber auch Mut. „Die Veränderungen, die diese vielen Menschen uns bringen, können wir als Chance sehen.“

Reinhold Sendker fand die kritische Ansprache von Bernhard Everwin „bemerkenswert“ und sagte: „Die Politik muss diese Probleme schultern. Die Kommunen erwarten mit Recht mehr Unterstützung.“ Er wolle diese Eindrücke mit nach Berlin nehmen.

Dass die Anwesenden mit ihrem Vorsitzenden Everwin und dem Vorstand zufrieden sind, zeigte sich bei den Wahlen. Wiedergewählt wurden Bernhard Everwin, Mathilde Breuer und Dr. Susanne Lehnert (beide stellvertretende Vorsitzende), Thomas Große Stetzkamp (Schriftführer), Sandra Wiegert (stellvertretende Schriftführerin) sowie die Beisitzer Markus Brune, Lars Frönd, Rita Große Hokamp, Reinhard Kolkmann, Claudia Niedermeier und Martin Wittkamp.

Langjährige Mitglieder wurden von Bernhard Everwin und Reinhold Sendker mit Ehrennadeln ausgezeichnet. Als „Urgestein“ betitelte er Agnes Winkels, die seit 60 Jahren Parteimitglied ist. Im weiteren gratulierte er Alfons Lehmbrock (50 Jahre), Ulrich Mose (50 Jahre), Alois Schwegmann (40 Jahre) und Gertrud Vornholt-Wickensack (25 Jahre).